Der Silberne Sinn

Der folgende Text bezieht sich auf den Roman “Der Silberne Sinn” von Ralf Isau. Hierzu habe ich eine Textstelle aus seinem Buch ausgewählt und diese umgeschrieben bzw. fortgesetzt. Sie stellt Geschehnisse aus dem Roman aus einem anderen Blickwinkel dar. Die Rahmenhandlung ist nicht unbedingt wichtig, man muss also nicht das Buch gelesen haben, um meinen Text zu verstehen.

„Wir sollten nun gehen, Christine.“ Mit sanfter Gewalt half er ihr aufzustehen. Sie warf einen letzten Blick auf den Reverend, sie konnte seine Augen hinter den getönten Brillengläsern nicht erkennen und doch wusste sie, dass Enttäuschung und Trauer in seinem Blick lagen. Enttäuscht darüber, dass ihm seine liebste Helferin in den Rücken gefallen war, traurig, dass ihr Ende auf diese Weise besiegelt worden war. Sie spürte Eugenes Hand auf ihrer Schulter, er führte sie zwischen Bankreihen entlang, hinaus aus dem Pavillon, in dem die Weiße Nacht stattfinden sollte. Die verwirrten Gesichter wandten sich wieder dem Reverend zu, als Rachel den Pavillon verlassen hatte.

„Wo ist Lars?“, fragte sie den riesigen Leibwächter des Reverends. Sie befürchtete das Schlimmste und hoffte, dass ihm nicht das selbe Schicksal widerfahren war, dass ihr widerfahren würde. „Er ist fort“, antwortete Eugene nur.

Eine stumme Träne rann ihr über das Gesicht. Ihr Mann war tot, dessen war sie sich sicher. Und nun würde sie ihm folgen.„Da sind wir.“

Als Eugene die Tür von Bellmann Cottage aufstieß, wurde Rachel bewusst, dass ein weiteres geliebtes Leben am seidenen Faden hing; Jerry. Eugene zog sie in den Flur der Hütte. „Wo ist Jerry?“

„Ich weiß es nicht.“

Er betrat das Schlafzimmer der Bellmanns und zog sie erneut mit sich. „Du kannst mich nicht verarschen.“

Er riss die losen Bodendielen am Fuße des Doppelbettes hervor, Rachel stockte der Atem. Das Versteck war leer. Eugene zückte sein Gewehr und richtete den Lauf auf die bebende Brust der weinenden Frau.

„Wo ist sie, verdammt noch mal!“

„I-Ich weiß es nicht.“ Und ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Jerry hatte sich den Anweisungen ihrer Mutter zum ersten Mal widersetzt und damit ihr Leben gerettet.

„Nun.“ Eugene ludt sein Gewehr. „Ich werde sie finden.“ Ein Schuss löste sich, Rachel wurde durch die Wucht der Kugel nach hinten gerissen und fiel leblos zu Boden. Eugene wandte seinen Blick von der Bluse ab, die sich langsam rot färbte und spitze die Ohren. Noch früh genug würde das Mädchen hier auftauchen und genau in seine Arme laufen.

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1 Kommentar

Eingeordnet unter Auszüge, Der Silberne Sinn, Prosa, Thriller

Eine Antwort zu Der Silberne Sinn

  1. Schon wieder ein Cliffhanger … *grrr*
    Meine Güte, wie schaffst du es, in so wenige Zeilen so dermaßen viel Handlung zu bringen?! Ein Talent, für das ich dich bewundere.
    Schöne Schreibe. Spannend erzählt. Mehr davon! Bitte.

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